Tradition Eierlesefest
Eierlesefest wiedergefundenes Brauchtum.
Das Fest beginnt mit einem grossen Umzug durch das Dorf. Der alte
Brauch der "Eierlesete" wird von STV Oberriet-Eichenwies alle 5 Jahre
durchgeführt. Prägnante Gestalten, de Törggablättari, de Schneggahüsler
und de Törggarappa. Im Symbolisch ausgetragenen Kampf der
Frühlingsgeister gegen den scheidenen Winter gehören sie immer zu den
Verlierern.
Die Bedeutung der Eierlesete
Der Eierleset, ein uralter Frühlingssbrauch, versinnbildlicht
das Erwachen der Natur, den Sieg des lebensfreidigen Frühlings über den
nunmehr schon müden Winter. Das Ei als Symbol der fruchtbarkeit steht
im Mittelpunkt des Anlasses. Da der Übergang vom Winter zum Frühling
aber trotzdem nicht ohne Kampf abgeht, nehmen am Eierleset auch zwei
Parteien teil: die Grünen und die Dürren. Die Dürren versinnbildlichen
den Winter, die Grünen den Frühling.Zu den dürren Figuren gehören der
Straumuni, der mit leergedroschenem Stroh vollgestopfte Erdklotz; der
Hobelspänler, aus dürrem Holz; der Schnäggehüsler aus leeren
Schnäggahüsli, in denen keine lebenden Schnecken mehr wohnen; der Alte
und die Alti, die zuweilen einen lebensmüden Eindruck machen. Dass sie
jedoch lebhaft in den Kampf eingreifen, ist nur als ein letztes
Auflehnen gegen die fortschreitende Zeit zu betrachten.
Zu den Grünen gehören der Tannästler, der immergrüne Wald; der
Stechpälmler, der Strauch, den auch der Winter nicht besigen kann; der
Jasschärtler, die Verkörperung der ewigen Spielfreude des Menschen,
vielleicht auch gedacht als Trumpfbuur, das alle sticht; der junge Herr
und das junge Fräulein asl verliebtes Hochsetspäärli; der
lebenssprühende Hühneermaa, der die jungen eierlegenden Hennen
anbietet; der Polizischt, die ordnende Macht, die den Kampf zwischen
den Naturgewalten zu schlichten versucht. Dazu gehört auch der Pfaarer,
der Vertreter der Moral, der in der Eierpredigt die Dorfmissetaten
rügt, aber auch Wohltaten lobt.
Das Treichelgeläute und das Geheule der Maskierten gehört zum Lärm, mit
dem man die bösen Wintergeister vertreiben will. Der Kampf mit dem
Straumuni ist noch der letzte Rest der Kampfszene beider Partien, also
sollten die Dürren dem Muni helfen, die grünen Figuren , die die Dürren
besiegen wollen, zurückhalten.
Die edlere Stufe des Kampfes ist der Wettstreit zwischen dem Läufer und
dem Riiter, wobei die Eierleser den Frühling und der Reiter den Winter
verkörpert. Der Riiter wird den Kampf, wenn oft auch sehr knapp,
verlieren, weil er der jungen, aufblühenden Kraft des Frühlings
(Eierläufer) nicht mehr ganz gewachsen ist. Den Eiertätsch müssen die
Teilnehmer am Schluss aufessen, damit die segenspendenden Kräfte der
Eier in sie übergehen. Während des Kampfes schlägt die Alte Eier in die
Pfanne und bestreicht, da sie selbst unfruchtbar ist , besonders die
jungen Mädchen oder boshafterweise die alten Jungfern (was heute der
schönen Kleider wegen unterlassen wird, doch die Alte kann es
andeutungsweise tun, die Mädchen laufen ja ohnehin davon)
(Brauchtum der Gemeinde Oberriet; www.oberriet.ch )
Die verschiedenen Masken an eine Eierlesete
| Die Grünen (Frühling) | Die Dürren (Winter) |
| Läufer Hochsetpäärli Huehnermaa Jasschärtler Tannästler Stechpälmer Pfaarer Polizischt |
Riiter Straumuni Hobelspänler Schnäggahüsler Alter Alti |
Ein Blick hinter die Kulissen
Bereits Wochen zum voraus arbeitet der Turnverein als
Organisator für den Eierleset. Vorallem das Nähen von neuen oder das
Instandstellen von havarierten Kostümen, so besonders das Aufnähen der
alten Spielkarten für den Jasschärtler und das Befestigen der
Schneckenhäuschen für den Schnäggahüsler erfordern einiges Geschick.
Auch die kräfteraubende Hobelarbeit für das Kostüm das Hobelspänlers
braucht viel Zeit und Fingerspitzengefühl, damit möglichst lockige
Späne verwendet werden können.
nachdem im Wald genügend Tannenzweige und Stechpalmen gesammelt wurden,
werden in der Osterwoche unter Mithilfe der Damen- und Männerriege auch
die Kostüme des Tannästlers und Stechpälmers angefertigt.